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 Disclaimer: Estée Lauder ist ursprünglich der Name einer amerikanischen Unternehmerin. Sie war Pionierin der Kosmetikbranche und galt als Kosmetik-Königin. In diesem Fall jedoch dient der Name als Pseudonym für eine ehemalige Freundin von mir.

Wer zur Hölle ist Estée? Wir wissen es nicht, und selbst ich weiß es nicht ganz genau.

Und ich glaube, kein Mensch wird das je herausfinden.

Aber für mich ist Estée eine Art Touristenattraktion. Sie ist so ein Objekt, dem man stundenlang amüsiert zuschauen kann. Sie blamiert sich in den unpassendsten (oder besser gesagt: passendsten)Augenblicken und sie ist manchmal schrecklich überzeugt von sich selbst. Aber sie bringt das Vede immer zum Lachen, auch wenn das Vede dann nur stillvergnügt in sich reinlachen kann, weil Estée sonst zur Erinnye mutiert.

Estée ist das Mädchen, das ihre Englischlehrerin anhimmelt, weil diese naturblondes (und schönes) Haar hat und dazu noch grüne Augen. Natürlich darf man die Tatsache, dass die Lehrerin aus Hamburg kommt und in Amerika gelebt hat, nicht verdrängen, denn Estée hat ernsthaft und bei klarem, gesundem Menschenverstand versucht, ihre Eltern dazu zu überreden, für immer nach Hamburg zu ziehen.

Estée hat einen Codenamen für sie erfunden, sie benutzt diesen Namen im Chat, sie hat ihre Telefonnummer im Handy gespeichert, sie trägt sich das gleiche Make-Up auf wie sie, sie kauft sich die exakt gleichen Klamotten, sie kennt ihre Geburtsdaten besser als die ihrer Eltern, sie kennt ihr Autokennzeichen in- und auswendig, kurz, sie versucht praktisch, ihr ganzes Leben – nein ihre ganze Seele auf diese Frau einzustellen.

Und zu Weihnachten hat sie ihr Plätzchen gebacken, die sie drei(oder vier)mal ausgetauscht hat, weil sie sich nie getraut hat, ihr die Plätzchen zu geben. (Und wobei sie das Vede jedesmal mitgeschleppt hatte...und dieses sich so aufgeregt hatte, dass Estée dann gewillt war, sich eine Woche lang von ihr nerven zu lassen...aber ich glaube, Estée hat inzwischen vergessen, dass es eine Frist von nur einer Woche gab und das Generve nicht auf Lebenszeit eingestellt war)

Wenn man Estée auf der Straße trifft und sieht, wie sie gerade angestrengt Löcher in die Luft glotzt, dann weiß man genau, dass sie sich überlegt, ob ihre Haare (die eigentlich komplett akzeptabel aussehen)einen Orange-, Grau- oder doch Grünstich haben.

Und dann, nach – na, sagen wir mal fünfzehn Monaten, wenn sie sich dessen bewusst ist, dass ihr Haar während der Zeit (die sie auf der Straße verbracht hat) tatsächlich einen orangenfarbenen Ton angenommen hat, rennt sie panisch in die Drogerie(wobei sie natürlich mal wieder das Vede mitschleift), um für die Gott weiß wievielste Flasche Shampoo „für ein glänzendes Blond“ plus dreißig Päckchen Intensiv-Kur und nochmal dreißig Tuben Haarbalsam(„Gibt dem Haar Volumen in Hülle und Fülle!) ihr Geld zum Fenster rauszuschmeißen.

Und das Vede kann sich dann sicher sein, dass die leider unvermeidliche Konversation am nächsten Morgen mit einem hysterisch dahingekreischten „Oh mein Gott, mein Haar ist von dem Shampoo ganz grau/grün/orange/glatt/trocken/lockig/kraus geworden!“beginnt.

Eigentlich kann man Estée die Eigenschaft „Naiv“ nicht zuschreiben, denn sie kennt sich im Bereich Sexualkunde um ein drei- nein – siebenfaches besser als das Vede aus, beherrscht mehr englische Schimpfwörter als englische Vokabeln und scheut auch nicht vor dem Versuch zurück, ihren Lehrer dezent eins auszuwischen(obwohl sie immer den kürzeren zieht).

Und doch ist sie naiver als ein Pandababy, denn sie fällt auf denselben Trick gleich dreimal hintereinander rein.
Das sind dann einige dieser Momente, in denen das Vede sich ernsthaft Gedanken macht, ob es nicht doch lieber sich von ihr distanzieren sollte – denn mit der Zeit hat das Vede gelernt, dass man mit drogen- und alkoholsüchtigen Menschen nicht abhängen sollte.

Neulich bei der Englischlehrerin:
E: Ja also Frau beep, ich möchte jetzt mein GFS-Thema ändern.
Fr.beep: *theatralisch seufz* Estée, das wäre dann schon das sechste Mal im Schuljahr...
E: Ja aber...*vogue aus tasche nehm* Sehen Sie, dieser Artikel hier „Das Prinzip Blond“, das ist doch richtig interessant...
Fr. beep: Ist ja schön und gut, Estée, aber was hat das denn mit dem Englischunterricht zu tun?
V: *sich schnell umdreh, weil sie sich das lachen nicht mehr verkneifen kann* *komische prustgeräusche wie beim Wildschwein mach*
E: Die Jungs, die bekommen dann Bilder von Cameron Diaz zu sehen und so...*völlig kontextlos an ihr vorbeilaber*
Fr. beep: Na gut, aber das ist dann wirklich das letzte Mal.
E: *honigkuchenpferd strahl* Ja, Fr. beep!! *am liebsten noch salutiert hätt*
V: Estèe...kannst du mir eins erklären?
E: Ja, was denn?
V: Wieso redest du eigentlich mit so einer hochgestochenen Klein-Mädchen-Stimme, wenn du mit der beep redest? Das klingt so, als ob sie dir einen Keks gegeben und ein neues Barbie-Schloss versprochen hätte.

Chez Vede
E: ...und ich würd sooo gerne grüne Augen haben! Weißt du was, ich geh Morgen hin und frag die
beep.
V: Ob sie dir grüne Augen zaubert?
E: *total überrumpelt* Bitte?
V: Gehst du jetzt morgen zur beep und fragst sie, ob sie dir grüne Augen zaubert?
E: Nein, ich meine wegen der GFS!

Na ja, nachdem sie gemerkt hat, dass sie vollkommen zusammenhanglos da was gefaselt hat, hat sie wie eine Bekloppte gelacht.

Nachtrag:

Nachdem Vede herausgefunden hat, dass Estée sich tatsächlich einigen Süchten hingibt, ist das Vede natürlich schockiert...Vede würde gerne weiterhein mit Estée befreundet sein, aber gleichzeitig hat Vede auch Angst vor ihr.

Diesen Text hat Vede noch davor verfasst, also wird er jetzt höchstwahrscheinlich nicht mehr weitergehen, weil Vede sich von Estée entfernt hat.

Es tut mir Leid, Estée, aber ich bin nicht so wie die anderen. Ich mag dich zwar immer noch, aber ich... bin auch nur ein kleines Mädchen. Ich kann dir genauso wenig helfen, wie ich mir selbst helfen kann.

Eines Tages werden wir bestimmt wieder Freunde sein.

Eines Tages.
 




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